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Das Greifenwappen

 

 

Die E. Gesellschaft zum Greifen, oder wie sie vor 1425 hiess "Gesellschaft zum Baum", hatte ihre Trinkstube am Schafgässlein / Ecke Rheingasse. Zwischen 1429 und 1444 erwarb sie sich dann eine Liegenschaft mit dem Namen "Haus zum Greifen", an der damaligen "Burgergasse" heute Greifengasse. Ab diesem Zeitpunkt wurde der Name der Gesellschaft geändert. Von diesem Zeitpunkt an nannte sie sich "E. Gesellschaft zum Greiffen".

Damals wurde Greifen mit zwei „f“ geschrieben. Diese Schreibweise hielt sich  bis in die erste Hälfte des letzten Jahrhunderts. Das Wappenschild zeigt ein einfaches weisses (silber) Balkenkreuz auf blauem Grund.

Es ist davon auszugehen, dass das Kreuz als Schildzeichen sicher ein christliches Symbol darstellt. Das Kreuz wird in der Heraldik in allen erdenklichen Varianten dargestellt. Wobei einige spezielle Darstellungen auch spezielle Erkennungsmerkmale und somit auch spezielle Namen erhalten haben; wie z.B. das Malteserkreuz, das Andreaskreuz ect. Solches ist jedoch beim Wappen der E. Gesellschaft zum Greifen nicht der Fall.

Es kann angenommen werden, dass das Kreuz die Klöster Klingental und St. Clara symbolisiert, von welchen die Gesellschaft Lehen unterhielt. Das Wappen mit dem  weissen Kreuz auf blauem Feld findet man heute noch in der katholischen Kirche und ihrer Geschichte. Ebenso war das Kreuz in seinen diversen Varianten bei den Rittern im Mittelalter sehr bekannt. Auf alten Bildern und Stichen ist diese Tatsache vielfältig dargestellt. Im Gesamtbild sind die geistlichen Wappen grundsätzlich verschieden von den weltlichen. In ihnen erscheinen erstmals heraldische Zeichen, die  Amt und Würde betreffen. Diese Rang und Würdezeichen, Mitra, Pedum und Kreuz, sind zunächst im Schild, später auf und hinter dem Schild angeordnet. Geistliche Hüte Mitra und Krone, treten an Stelle des kriegerischen Helmes.

In früherer Zeit sind heraldische Unkorrektheiten entstanden, indem der Wappenhalter in das Wappen eingebracht wurde. So wird im Zunftbuch des Rats von 1586 auf einer Wappentafel der Vorstadtgesellschaften und der Ehrengesellschaften Kleinbasels der „Greif“ im Wappen dargestellt. Es fehlt das weisse Kreuz. Auf der gleichen Wappentafel sieht man das Rebhauswappen mit rotem Schild und weissem Rebmesser.

Danach wird das Greifenwappen wieder mit einem weissen Kreuz auf blauem Grund und dem Greif als Wappenhalter dargestellt. Bis in die  heutige Zeit blieb das Wappen gleich.

Im Archiv der Drei Ehrengesellschaften  fand Unterzeichneter die gleiche Darstellung vom Greif wie im damaligen Wappen der Gesellschaft, welche von Arnold Vest, Rebhausmeister in den Dreissigerjahren, gezeichnet wurde. Die Figur zierte eine Einladungskarte zu einem Vorgesetztenmähli. Der Jahrgang des Mählis ist jedoch nicht bekannt.

Im  Wappenbuch von 1880 der Stadt Basel ist das Greifenwappen auf einem blau/grauen Wappenschild mit dunkelgrauem geständerten Kreuz dargestellt.

Als Briefkopf auf Ihrem Briefpapier und den Couverts, benutzt die E. Gesellschaft zum Greifen den Greif als Wappenhalter mit dem beschriebenen Wappen.

Im Wappenkalender Ausgabe 1927 wird das Greifenwappen mit dem Greif als Wappenhalter dargestellt. Auf dieser  Darstellung aus dem Jahre 1527 (gemäss Klosterbibliothek Mariastein) steht der Name der Gesellschaft und ist mit zwei "ff" geschrieben.

Ein sehr schön gezeichneter Greif ziert die erste Seite des Wappenbuches der Gesellschaft zum Greifen. Ein Greif mit weisser Mähne. Der Künstler blieb unbekannt.

Im Verlauf der Zeit änderte  sich das Wappen der Gesellschaft zum Greifen  praktisch nicht. Es wurden lediglich in den Darstellungen etwas variiert. Im Gegensatz zum Wappen der E. Gesellschaft zum Rebhaus wo doch einige Veränderungen im Laufe der Zeit vorkamen.


Erwin Hensch, E. Gesellschaft zum Greifen

Quellennachweis: Staatsarchiv BS, Sign. Fq 120, Wappenbuch der Stadt Basel von 1880, Basler Zunftherrlichkeit von Paul Koelner, Wappenbuch der Gesellschaft zum Greifen. Angaben und Zeichnungen von Hrn. Markus Mensch, Vorges. E.E. Gesellschaft zum Greifen.
 

 

Das Rebhauswappen

 

Die Gesellschaft zum Rebhaus wird als älteste Gesellschaft der drei Ehrengesellschaften Kleinbasels genannt. In ihrem Wappen führte sie ein weisses Rebmesser im roten Feld und als Wappenhalter einen heraldischen Löwen. In späteren Jahren - um Verwechslungen mit der Rebleuten Zunft Grossbasels zu vermeiden - wurde statt einem Rebmesser, deren fünf ins Wappen aufgenommen. Jedoch wählte man statt der roten Grundfarbe des Wappenschildes die grüne Farbe der Rebleuten Zunft. Warum die grüne Farbe für das Schild gewählt wurde ist nicht bekannt. Die grüne Farbe widerspricht den Regeln der Heraldik, sind doch die heraldischen Grundfarben der Wappenschilder von jeher silber, blau, gold und rot.

Der Ehrengesellschaft zum Rebhaus gehörten die Rebleute und Bauern an. Bei der Entstehung des Wappens wurde darauf geachtet ein Symbol des Rebleute Handwerks in das Schild zu nehmen. Somit wählte man das Naheliegende, ein Rebmesser. Im Gegensatz zur Rebleutenzunft Grossbasels, welche in ihrem Wappen einen grauen Wolf führt, der ein Rebenmesser in der Pranke hält, war im Rebhauswappen anfänglich nur ein Rebmesser. Später, wie vorgängig erwähnt, waren es deren drei und später fünf. In der heutigen Zeit  wird das Wappen wieder nur mit einem Rebenmesser dargestellt.

Das Rebhauswappen, sowie die Wappen der beiden anderen Gesellschaften, Greifen und Hären, dürften in manchen früheren Kriegen und auf diversen Schlachtfeldern gesehen worden sein. Die Gesellschaftsbrüder waren verpflichtet, der österreichischen Herrschaft, zu welcher damals das Kleinbasel gehörte, zu dienen. Sie mussten somit an deren Kriegszügen teilnehmen.

1586 wird das Wappen der E. Gesellschaft zum Rebhaus im Zunftbuch des Rats mit einem Rebmesser auf einem roten Wappenschild dargestellt. In der Theodorskirche ist das rote Wappenschild ebenfalls in einem Kirchenfenster zu sehen.

Das Rebhauswappen im Wappenbuch der Stadt Basel  aus dem Jahre 1880 wird mit fünf Rebmessern dargestellt.

Wir sehen heute zwei verschiedene Versionen des Rebhauswappens und seines Schildhalters, des Löwen, in unmittelbarer Nähe zueinander. Der Brunnenstock  des Rebhausbrunnens zeigt einen  kauernden Löwen, der das Wappen hält. In diesem ist nur ein Rebenmesser dargestellt. In der Fassadennische linksseitig des Hauseinganges ist ein stehender Löwe als Wappenhalter dargestellt. Auf diesem
Wappenschild befinden sich fünf Rebmesser.


Erwin Hensch, E. Gesellschaft zum Greifen

Quellennachweis: Wappenbuch von 1586 des Basler Rates, Staatsarchiv Basel Stadt. Archiv der Drei Ehrengesellschaften Kleinbasels

 

Rebhaus Meister Matteus Merian 1744 – 1824

Im Jahre 1787 erhielt die E. Gesellschaft zum Rebhaus einen kleinen Tischteppich von Oberstmeister Matteus Merian geschenkt. Im Mittelstück war ein Leu welcher das Wappen der Gesellschaft zum Rebhaus  in den Pranken hielt. Das Wappen steht auf einem Sockel, welcher den Namen des Donators und die Jahrzahl, Mattheus Merian 1786, trägt. Die Arbeit ist gestickt.

Im Jahre 1896 als der Atlas (Seidengewebe) worauf dieses Wappen gestickt war, zerrissen und auch die Stickerei des Kränzchens defekt geworden war, wurde im Jahre 1896 auf Anordnung der Vorgesetzten E.E. Gesellschaft zum Rebhaus, der Atlas und der umgebende  Kranz durch das Stickereigeschäft von Frau Emilie Riedtmann erneuert.

Bei dieser Gelegenheit fand sich an diesem Platze eingenäht ein zerrissenes und vermodertes Stück Papier, welches Aufschluss über die Entstehung und den Donator des Atlas gab.

Die ebenfalls stark abgeblasste Figur des Löwen, welche das mit 5 Rebmessern bestickte Wappen umkrallt, ruht auf einem Sockel mit der Jahreszahl 1786 und auf der Seitenkante den Namen des Stifters „Matteus Merian, Ob.Mst.“

Zur Erklärung: Zu dieser Zeit wurde die Person, welche heute das Amt des Meisters bekleidet Oberstermeister, Obristmeister oder Oberst Meister genannt. Das Amt der heutigen Vorgesetzten wurde als Mitmeister deklariert. Oberst Meister Merian wohnte im Hause „zum hohen Wind“, an der Riehentorstrasse 22. Er war Professor der griechischen Sprache.

Originalwortlaut der Urkunde:

„Herr Oberst Meister und Registrator Matteus Merian liess diese Wappen auf seine Kosten und statt seines Oberst Meister Kontigents verfertigen.
Dieses Wappen wurde erstlich durch den geschickten Graveur Joh. Ulrich Samson d.gr. R. im Kleinen gezeichnet und dann durch Herrn Aweng den Maler im Grossen gemalt. Als aber darufhin niemand zu finden war welcher sich getraut hat es zu machen, entschlossen sich dazu, aus Gefälligkeit gegen Herrn Oberst Meister, Jungfrau Judith Von Brunn nebst ihrer Freundin und ehemals gewesenen Schülerin Frau Sarah Brenner, Schwester des Obristmeisters.

Von Jungfrau Von Brunn, welche zwar nur einen Arm gebrauchen konnte, wurde dann nun im Mai 1787 dieses Wappen auf den Atlas (Bild auf Stoff) gezeichnet und von ihr und Frau Brenner zu sticken angefangen. Als aber Anfangs Juny bemelte Jungfrau Von Brunn erkrankte, auch den 16. Juny im 55 ten Jahr ihres Alters selig verstorben, ward diese Arbeit von Frau Brenner vollendet welche den ersten  July als den Erneuerungstag Ihres Herrn Bruders damit fertig geworden.“

Die Urkunde ist heute nicht mehr existent.

Der gestickte Atlas hängt heute in einem Holzrahmen unter  Glas in der Leuenstube  im Merian Spitz.


Erwin Hensch, E. Gesellschaft zum Greifen

Quellennachweis: StaBS, Zunftarchiv 3 E Sign. A 13, Wappenbuch der E. Ges. zum Rebhaus

 

Verschollene Prunkgeschirre der E. Gesellschaft zum Rebhaus

Die Angaben über den Silber-Besitz konnten aus den Rechnungsbüchern von 1650 und aus den Protokollen die 1728 beginnen, geschöpft werden. Es fehlen aber mit wenigen Ausnahmen, die näheren Details um einen geschichtlichen Moment zur Zeit der Entstehung und Übergabe festzustellen.

Die damaligen Säckelmeister notierten manchmal mit einigen Worten wenn zur Anfertigung neuer Stücke so genannte „altmodische“ Gegenstände an Zahlung gegeben wurden. Somit übernahm die Gesellschaft einen nicht unwesentlichen Anteil der Gesamtkosten. Restkosten, welche dann noch übrig blieben bezahlten die Donatoren aus ihrer eigenen Tasche.

Man muss  sich dabei in die damalige Zeit versetzen, wo die Vorgesetzten viel mehr Gelegenheit hatten bei den anderen Zünften zu den Spezialmähli eingeladen zu werden und dort neue Prunkgeschirre bewundern durften, welche ihnen Anregungen gaben auch in ihrem Kreise neue Prunkgeschirre der Zeit entsprechend zeigen zu können. Dabei wurde dem historischen Wert der Gegenstände keine grosse Beachtung geschenkt, sondern die neuen Stylformen der Prunkgegenstände waren ausschlaggebend. Das aus der vergangenen Zeit stammende Gut wurde als altmodisch und nicht mehr zeitgerecht angeschaut und dem neuen Trend geopfert. Diese Ansichten wurden bis in das 20. Jahrhundert leider beibehalten.

Erklärung  zur Gewichtseinheit Lot(h)

Ein Lot(h) bezeichnete in der Metallurgie und da besonders in der Münztechnik bis ins 19. Jahrhundert zum einen eine alte Masseinheit für den relativen Feingehalt (Korn) zum Gesamtgewicht (Schrot). Ein  Lot(h) war damit ein Verhältnismass eines Edelmetallanteils in einer Metallware.
Zum Beispiel wurde beim Silber das beliebige Gesamtgewicht etwa 1857 in 16 (Verhältnis-) Lot(h) unterteilt, wonach eine „zwölflötige“ Silberlegierung 12/16 =3/4 0der 75 % des Gewichts Silber und 25 % anderes Material (meist Kupfer) enthielt. Das deutsche Verhältnismass Lot(h) wurde dann im Deutschen Reich endgültig durch das französische Verhältnismass Promille (Tausendstel) abgelöst.

Anno 1644 wurden der Gesellschaft zwei Schalenbecher geschenkt. Im Inventar wurden diese mit folgenden Worten vermerkt. „Zwei Schalenbecher darin Männlein“, 35,5 Loth = 520 Gramm wiegend. Die Donnatoren sind unbekannt, ebenso die Bezeichnung. Es könnten Schildhalter oder Rebleute gewesen sein. Die Schalen sind noch im Inventar von 1760 vermerkt. Es folgt dann noch ein Vermerkt, dass diese noch vor 1770 für anderes Silber umgetauscht wurden.

Um 1650 wird ein vergoldeter Kelchbecher mit einem Gewicht von 17 Loth = 250 Gramm, welcher ein Kaspar A. Saxer oder Sachser geschenkt hat vermerkt. Im Jahre 1668 wurde dieser Ratsherr. Dieses Stück  ist nicht mehr vorhanden. Über den Verblei finden sich keine Notizen.

Anno 1670 schenkte Obristmeister Göbelin einen kleinen Kelchbecher mit 11,5 Loth = 170 Gramm Gewicht. Obristmeister Johannes Göbelin war auch Mitstifter des Löwenbechers. Auch über den Verbleib dieses Bechers ist kein Vermerk vorhanden.

Im Rechnungsbuch von 1679 wird ein mit Wappen geschmückter Trübelbecher vermerkt. Dieser wurde von der Gesellschaft beim Goldschmied Christopf Beck           (1631 – 1696) bestellt. Der Becher hatte ein gewicht von 81 Loth = 1190 Gramm. Der Goldschmied erhielt zur Anfertigung des Trübelbechers 2 Becher sowie 12 Silberlöffel im Gesamtgewicht von 700 Gramm. Leider ist auch dieser Becher verschwunden. Man hätte ihn ohne Zweifel in prächtiger Art und Weise neben den Löwenbecher stellen können. Denn Beck war ein hervorragender Künstler, welcher auch die Meisterkränze der Hausgenossen, der Spinnwettern, der Rebleute und Schmiede verfertigte.

Im Jahre 1694 wurden 18 Sesterbecher mit vergoldetem Mundstück mit einem Totalgewicht von 144 Loth = 2110 Gramm an den Goldschmied Rudolf Huber verkauft. Diese Becher wurden während dem 17. Jahrhundert durch Vorgesetzte und Irtenmeister der Gesellschaft geschenkt. Darüber existiert jedoch kein Verzeichnis. Der Erlös wurde für eine steinerne Treppe verwendet, welche im Gesellschaftshaus eingebaut wurde.

1707 schenkte Obristmeister Johann Dietschy anlässlich seines Austrittes aus der Gesellschaft zum Rebhaus einen kleinen Kelchbecher von 13,5 Loth = 200 Gramm.

Im gleichen Jahr schenkte Herr Hans Jakob Fäsch, Amtmann beim Bläsitor wohnend nach 31 Jahren Vorstandstätigkeit einen vergoldeten Schalenbecher im Gewicht von 31,5 Loth = 470 Gramm. Nach einer Bemerkung im Rechnungsbuch, welche nach 1760 eingetragen wurde, ist dieser Becher für andere Silbersachen eingetauscht worden.

1708 wurde von unbekannten Donnatoren ein Silbervergoldeter Meisterkranz geschenkt. Zu dieser Zeit sassen gemäss Rechnungsbuch, Obristmeister Johann Dietschy und Mitmeister Ludwig König im Vorstand. Der Meisterkranz wog 41 Loth = 600 Gramm. Ein Protokoll aus jener Zeit ist nicht vorhanden, dagegen steht im Rechnungsbuch von 1650 – 1729 zusätzlich zum obigen Vermerk:

„Item ist der Obrist Meisterkranz gemacht worden, wiegt 41 Loth.“

Dazu lieferte die Gesellschaft zum Rebhaus 3 silberne Becher die im Gesamtgewicht 42 Loth wogen. Der Meisterkranz wurde vom Goldschmied Hans. Jakob Burckhardt I (1664 – 1731)  Sohn des Grossrates Hieronymus Burckhardt, angefertigt. Leider ist dieser Meisterkranz nicht mehr vorhanden. Er wurde letztmals im Inventar von 1782 aufgeführt.

1752 wurde eine silberne Grenadierfigur mit einem Glasbecher auf dem Kopf geschenkt. Dies war ein Geschenk von Mitmeister Joh. Rudolf Wenk, Handelsmann, gest. 1794. Das Gewicht und die Grösse sowie eine nähere Beschreibung fehlen. Ebenso ist keine Marke vom Goldschmied erwähnt. Der Pokal ist im Inventar von 1782 noch erwähnt, er ist jedoch nicht mehr vorhanden.

Zum Tafelservice das der Stubenverwalter in Gewahrsam hielt gehörten die verschiedenen Sorten Löffel, Messer, Gabeln sowie die Salzbüchslein. Mitmeister Elias Rosenmund und der Schreiber Niklaus Bulacher schenkten nach 1693 zwei Stück von den Letzteren der Gesellschaft. 1755 kam ein drittes Stück dazu. An anderen Silbersachen waren in jenem Jahre folgende Besteckstücke vorhanden: 49 Löffel in diversen Grössen, 24 Messer und 24 Gabeln. Genaue Angaben nennt das Inventar von 1770 nicht. Es ist nur der Vermerk  aus den Jahren 1733 – 1768, 10 grosse Servierlöffel, 1705 – 1770, 60 Esslöffel, 33 Messer mit 33 Gabeln welche das Wappen und den Namen der Donatoren  enthielten. Gemäss Inventar war der bestand im Jahre 1712, 82 Löffel, 41 Gabeln und 39 Messer die Zahl hatte sich durch die Geschenke der Irtenmeister erhöht. Im Jahre 1784 wurden dem Goldschmied, Namen nicht bekannt, 3 Salzbüchslein, 18 Gabeln, 18 Messer sowie 26 Löffel zum Umformen übergeben. Der Graveur Ulrich Samson versah die umgeformten Stücke mit dem Rebmesser. Einzelne Stücke davon sind noch heute im Hist. Museum Basel deponiert.


Erwin Hensch, E. Gesellschaft zum Greifen

Quellennachweis: Staatsarchiv Basel-Stadt  Zunftarchiv A 13

 

Alte Fahnen wurden restauriert

Drei Gesellschaftsfahnen, welche aus dem 19. Jahrhundert stammen wurden von den drei Gesellschaften  auf den Vogel Gryff 2012 restauriert. Die Daten über die Fahnen konnten nicht eindeutig  herausgefunden werden, da weder in Rechnungen noch in Protokollen explizit ein Erstellungsdatum dokumentiert ist. Sicher ist dass die Fahnen ca. 1870 bis 1890 gefertigt wurden. In den vergangenen Jahren wurden die Fahnen mehrmals restauriert. Dabei wurden beschädigte Teile ausgeschnitten und durch andere Stoffe ersetzt. Ursprünglich wurden die Fahnen  aus Seidenstoff gefertigt. Die Fahnen waren in solch einem schlechten Zustand, dass eine Benützung nicht mehr möglich war. Eine Restaurierung drängte sich auf, wollte  man die Fahnen im Fundus behalten. Die verantwortliche Restauratorin  Frau Dr. S. Sille, Atelier für Textilrestaurierung Historisches Museum Basel gibt den Hinweis im Arbeitsbericht, dass die Fahnen aufgrund ihres Alters und vor allem ihrer Abnutzung zum heutigen Zeitpunkt musealen Charakter haben.

Zitat aus Arbeitsbericht
Auf der Innenseite jeder Fahnenstange ist mit Bleistift die Restaurierung durch „F. Brenner 21 Spalenberg 1925“ markiert.
An mehreren brüchigen Stellen ist Bügelviseline unterklebt worden. Die Fahnen waren der Länge nach mit Polsternägeln an die Stangen genagelt. Die Nägel haben die Seide fast durchgehend durchgerissen, sodass neben der äusseren Nagelung der Fahnenstoff in fast der ganzen Höhe gerissen ist. Von den drei Fahnen ist die Greifenfahne gesamthaft sehr brüchig und vielfach repariert.

Sehr brüchige und mehrfach gerissene Stellen sind mit eingefärbter Seidencrepline unterlegt worden. Grosse Fehlstellen wurden mit Seidenteilen und Seidenreps unterlegt sowie mit Seidenfaden festgenäht. Auf eine erneute Nagelung der Fahnen an die Stange wurde aus konservatorischen Gründen verzichtet. Stattdessen ist der Fahnenschaft mit einer Borte, die an der Fahne aufgenäht ist, oberhalb und unterhalb der Fahne mit einem Nagel an der Stange befestigt. Damit wird eine erneute Beschädigung durch Nagelung des brüchigen Stoffes an die Stange vermieden.

Die Fahnen werden nur noch bei speziellen Anlässen in geschützter Umgebung (Meriansaal) aufgehängt.


Erwin Hensch, E. Gesellschaft zum Greifen
 

 

Als das Spitz brannte

Sicher ist der Bau des alten Café Spitz für die älteren Gesellschaftsbrüder noch ein Begriff. Der Bau ist heute in seinen Grundlinien noch derselbe. Jedoch ist das alte gemütliche „Schwalbennest“ verschwunden. Es war ein Ort wo sich die Kleinbasler Bevölkerung traf und die täglichen Ereignisse diskutierte. Im Lauf der Jahre nach dem ersten Brand verkam jedoch die Liegenschaft in einen besorgniserregenden und sehr baufälligen Zustand.

Die nachfolgende Abschrift stammt aus dem Horstbuch der Drei Ehrengesellschaften Kleinbasels.

„Der am Merianflügel anstossende Bau des Café Spitz wurde im Jahre 1860 erstellt. Er hatte im ersten Stock gegen die Rheingasse einen Balkon mit einem eisernen Geländer das mit den Wappen der Drei Ehrengesellschaften geschmückt war. Bis in die 1920 Jahre gab es in der Stadt nur vier Lokalitäten in denen grössere Anlässe abgehalten  werden konnten: das Stadtcasino, die Safranzunft, das Café Spitz und die Burgvogtei heute Volkshaus genannt. Das Café Spitz war ein gut besuchtes Restaurant besonders die Rheinterasse war an schönen Tagen gut besucht. Hatte man dort von ihr eine schöne Aussicht auf den Rhein die Altstadt im Grossbasel und das Münster.

Im Spätherbst 1962 brach plötzlich auf dem Estrich Feuer aus das sich rasch ausdehnte und grossen Schaden verursachte. Das Restaurant musste geschlossen werden. Da wir keine Einnahmen mehr hatten, mussten die Anlässe mit dem Baufonds bestritten werden. Nach längeren Unterhandlungen verkauften die Drei Ehrengesellschaften das Areal im Baurecht an die Café Spitz AG die später ein Hotel Garni errichten will. Sie zahlt uns einen schönen Mietzins.

Im Jahr 1967 wurde der Bau abgebrochen Greifenbruder Fritz Schneider konnte im letzten Moment erwähntes Geländer vor der Spitzhacke retten. Er liess es in seine Werkstatt bringen und hat fehlendes ersetzt und es frisch gestrichen. Im Frühjahr hat er das Terrassengeländer zu unserer Fischerhütte "Wild Ma Horst" gebracht und es  auf der Terrasse aufgestellt. Fritz Schneider hat uns  ein grosses Geschenk gemacht das auch historischen Wert hat. Es sei ihm deshalb auch an dieser Stelle den besten Dank ausgesprochen.“

Basel, den 7. Dezember 1968
sig. E. Schaefer,
Vorgesetzter E.E. Ges. zur Hären

Der erste Brand

Am 7. Oktober 1962  brannte es im damaligen renovationsdürftigen Café Spitz. Der ganze Dachstuhl samt Bodenkonstruktion des jüngeren Merian-Gebäudes Seite Rheingasse fiel dem Brand zum Opfer. Das Archiv der Drei Ehrengesellschaften, das sich im Dachstock  des Gebäudes befand, konnte in letzter Minute gerettet werden.

Der zweite Brand

In den nachfolgenden Jahren des ersten Brandes stand das Gebäude in baufälligem Zustand am Kleinbasler Brückenkopf der Mittleren Brücke. Es wurde auch als "Basels Schandfleck"  bezeichnet. In der Nacht vom 13. auf den 14. April 1969 brach in der Merian Gebäulichkeit ein , vermutlich mutwillig gelegter Brand aus. Die Feuerwehr wurde von der Bevölkerung kritisiert und man sagte die Bauruine hätte man besser  komplett abbrennen lassen können. So wäre zumindest wieder etwas  Vernünftiges gebaut worden. Es ist jedoch zu bedenken, dass architektonisch wertvolle Schönheiten verloren gegangen wären. Dank dem Eingreifen der Feuerwehr konnte so Wertvolles  gerettet werden.

Nach den zwei Bränden

Am 28. Juli 1969 wurde für einen Neubau die Baubewilligung gegeben.  Und unmittelbar danach wurde mit der Sanierung begonnen. Das ganze Café Spitz erhielt einen neuen Unterbau. Am 2. Juli 1971 fand das Aufrichtefest im Rohbau des Meriansaals statt. Im Herbst 1972  konnten alle sich damals im Gebäude befindlichen Betriebe, das Hotel Merian, das Restaurant Café Spitz, die Bank sowie das Reisebüro und der Laden sowie der Kiosk ihre Arbeit aufnehmen.

Ebenso wurde die Vorgesetztenstube im Untergeschoss neu eingerichtet und bietet heute für kleine Anlässe der Drei Ehrengesellschaften einen Raum welcher der Geschichte der drei Gesellschaften angepasst ist.


Erwin Hensch, E. Gesellschaft zum Greifen

Quellennachweis: Archiv der Drei Ehrengesellschaften Kleinbasels

 

Die Wappenhalter der Drei Ehrengesellschaften

Die Wappenhalter der Drei Ehrengesellschaften Kleinbasels repräsentieren Kraft, Mystik und Naturverbundenheit.

Wappenhalter ist die Bezeichnung für die, den  Wappenschild haltenden Figuren, die entweder neben oder hinter dem Schild stehen. Die Benennungen reichen von Schildhalter, Schildhüter, Schildbuben, Wappenhalter bis zum Wappenknecht.

 Beliebte Schildhalter waren im Mittelalter  Genien (Genius, Mz. Genien, lateinisch, "Erzeuger") Engel, später Löwen,  Greife, Panther, Frauengestalten, Wilde Männer oder Gewappnete.

Beim Wappenhalter der Ehrengesellschaft zum Rebhaus handelt es sich um einen Löwen.

Der Löwe (lateinisch Leo), gilt seit dem Altertum als König der Tiere. Er wurde im Mittelalter sehr oft als Schildhalter benutzt.Die Figur des Löwen findet sich aber auch oft in den Wappen selber als Motiv. Dies in gar verschiedenen Varianten.

Der Stock oder Stab, welcher in der Darstellung des Schildhalters der Ehrengesellschaft zum Rebhaus, vom „Leu“ gehalten wird, zeigt die Farben weiss  /  grün und repräsentiert die Wappen und Gesellschaftsfarben der Ehrengesellschaft zum Rebhaus. Der Stock dokumentiert das Symbol der Führung. Man denke an den sprachlichen Ausdruck, unter der Stabsführung… oder Stabsübergabe etc. Der Wappenhalter steht vor der Gesellschaft und führt diese symbolisch mit dem Meister an.

Die Ehrengesellschaft zur Hären hat einen Wilden Mann als Wappenhalter.

Wilde Leute , wilde Männer, wilde Frauen, Darstellungen von nackten, am ganzen Körper stark behaarten Frauen und Männern, wie sie vom 14.-16. Jahrhundert populär waren. Die Wilden Leute haben oft Knüppel in Händen oder ausgerissene Bäume. In der Literatur werden Wilde Leute bereits in der Antike erwähnt, u. a. von Herodot und Vitruv. Den fantastischen Erzählungen zufolge lebten sie im dichten Wald in Höhlen oder Laubhütten, ernährten sich von der Jagd und zähmten wilde Tiere. Die Zähmung wurde später moralisierend mit der Selbstbezwingung in Verbindung gebracht. Dargestellt findet man die Wilden Leute meist auf Holzschnitten, Kupferstichen, auf Werken der Volkskunst und in der Heraldik als Schildhalter.

Es wurden auch so genannte Wildmann-Münzen geprägt, u. a. im 16. Jahrhundert in Braunschweig-Lüneburg und später in Hannover (letzte Prägung 1804). Als Schildhalter waren Wilde Männer u. a. am Harzer Taler des Herzogs Erich II. von Braunschweig-Calenberg und von 1790-1809 auch auf preussischen Münzen gebräuchlich. Dargestellt wurden Wilde Leute u. a. bei „Fastnachts- und bei höfischen Verkleidungsspielen“.
Der wilde Mann oder die wilde Frau welche auch in manchen Darstellungen erscheint verkörpert die Fruchtbarkeit und die Nähe zum Boden aus welchem immer wieder die Natur hervor wächst. Die Tanne an seiner Seite repräsentiert das Wachstum und die Fruchtbarkeit.

Die Ehrengesellschaft zum Greifen präsentiert einen Greif als Schildhalter.

Die Bezeichnung Greif steht für einen mythologischen adlerartigen Riesenvogel, Vogel-Greif oder nur Greif genannt. Im Mittelalter waren Greif-Darstellungen vor allem bei Alexanders Greifenfahrt üblich. Es handelt sich dabei zumeist um Vogel-Greif, die auch in die abendländische Heraldik Eingang fanden. Greif von assyrisch k'rub, hebräisch cherub, griechisch-lateinisch gryps und althochdeutsch grifo abgeleitete Sammelbezeichnung für ein vielgestaltiges Fabelwesen, das von den Griechen und Römern aus dem Orient übernommen und als "Hüter des Goldes" bezeichnet wurde. Der Greif hat meist den Leib eines Löwen und den Kopf sowie die Schwingen eines Adlers; manchmal ist der Greif auch mit einem Schlangenkopf dargestellt. In alten Schriften findet man sowohl den akkadischen Namen Anzu als auch den sumerischen Ausdruck Imdugud angeführt. Bisweilen wird diese aus Mesopotamien stammende Version "Löwengreif" genannt, zum Unterschied vom Vogelgreif, der im ägyptischen Raum üblich war. In der Mythologie gilt der Greif als Begleiter des Gottes Apollon, auf alten Darstellungen entweder als Löwen-Greif oder als Vogel-Greif abgebildet.

Die Erklärung zum Stock oder Stab des Ehrenzeichens der E. Gesellschaft zum Greifen finden sich bei der Beschreibung im Abschnitt der E. Gesellschaft zum Rebhaus, da sie gleich dokumentiert werden kann.


Erwin Hensch, E. Gesellschaft zum Greifen

Quellennachweis: Staatsarchiv BS, div. Archivalien

 

Floss Geschichten

Mit dem Bau der mittleren Brücke, der ersten Rheinbrücke zwischen Bodensee und Meer, entwickelte sich ab 1225 das Fischerdorf Kleinbasel zu einer Stadt. Um diese Zeit entstanden die Drei Ehrengesellschaften Kleinbasels. Die Flösserei war damals ein wichtiger Erwerbszweig. 2 Schiffe dienten als Träger für das mit Brettern zusammengebundene, manövrierfähige Floss, auf dem Personen und Waren transportiert wurden.

Als ich in den 1950er Jahren Ueli war, wurde das Wild Ma Floss auf Steinweidlingen aufgebaut. Die waren länger als gewöhnliche Weidlinge. In Basel gab es 2 solcher Schiffe. Eines gehörte dem Baudepartement, das andere dem legendären Münsterfährimaa Karl Städeli. Sein Schiff dümpelte ganzjährig am Grossbasler Ufer zwischen Wettsteinbrücke und Pfalzbadhysli und wurde nur noch für das Wild Ma Floss eingesetzt.

In den 1970er Jahren wurde ich Spielchef der 3E. Das fing gleich mit einer Hiobsbotschaft an. Der damalige Flosskapitän, Thedy Huber, meldete, dass die Steinweidlinge nichts mehr taugen, weil das Holz weich wie ein Schwamm geworden sei. Ein weiterer Einsatz für das Wild Ma Floss wäre zu riskant und unverantwortlich gewesen.

In dieser vertrackten Situation halfen uns die Kleinbasler Wasserfahrvereine mit ihren Langschiffen. Sie holten in der Adventszeit die schweren Holzschiffe aus dem Winterlager und setzten sie zum verlechnen in den Rhein. Dabei saugt das trockene Holz Wasser auf und die Ritzen werden wieder dicht. Etwas einfacher wurde es für den WFV Fischerclub, der als erster ein Langschiff aus Kunststoff baute, das nicht mehr aufwendig verlechnet werden musste. Während vieler Jahre konnten wir uns auf unsere treuen und zuverlässigen Freunde von den Wasserfahrvereinen verlassen. Auch heute noch verbindet uns eine herzliche Freundschaft.

Ein Wunsch von uns war, die Wasserfahrvereine zu entlasten und über eigene Schiffe zu verfügen. Mitte 80er Jahre war es soweit. Dank guten Beziehungen zu militärischen Stellen durften der Flosskapitän, ein erfahrener Wasserfahrer und ich zu den Pontonieren nach Brugg an die Aare fahren und uns was aussuchen. Das waren 4 ausgemusterte Armee Übersetzboote. Bootsbauer Waldmeier in Mumpf baute daraus zwei Flosseinheiten. Als es soweit war fragten wir unseren Kleinbasler Künstler, Freddy Oettli, ob er einen Entwurf für die Bemalung der Boote und auch deren Bemalung übernehmen könne. Freddy malte tagelang und aus den grauen Schiffen wurden herrliche Bijoux. Der Entwurf für die Bemalung hängt schön gerahmt bei mir zu Hause. Darüber schrieb er: Fille was mainsch, isch es rächt eso? Die Jungfernfahrt wurde zum Riesenfest für uns Spielleute. Wir hatten es geschafft.

Der Stephanstag 1989 war kein guter Tag für uns. Die Boote lagen zum verlechnen zwischen Eisenbahn- und Autobahnbrücke im Rhein. Dann die schockierende Entdeckung. Eines der Schiffe war bereits unter Wasser, das andere fast randvoll mit Wasser. Vandalen hatten unseren Stolz mit schweren Betonelementen von der Brücke aus bombardiert und kaputtgeschlagen.

Weil die Zeit bis zum Vogel Gryff kurz war, wurde in Tag und Nachtarbeit eine Notreparatur gemacht. Der ausgeschlagene Boden wurde mit Blech und Kitt belegt und provisorisch abgedichtet. Nach der Talfahrt stand das Wasser bei der Landung etliche Zentimeter hoch und unsere Flossgäste, Kanoniere und Schiffsleute hatten buchstäblich nasse Füsse bekommen. Die Untersuchung zeigte dann, dass eine Reparatur unmöglich war und das Verdikt lautete: Entsorgung.

Meine Freunde und Fachleute rieten mir, Schiffe aus dem neuen Kunststoff Verbundmaterial zu beschaffen. Wir sprachen mal mit Bootsbauer Sigi Meier in Dintikon. Dieser hatte Erfahrung mit dem neuen Bootsbaumaterial und konnte uns auch sagen, mit was wir etwa rechnen müssten. Mit einem fünfstelligen Betrag im sehr hohen Bereich. Mir war klar, das können wir uns nie leisten. Meine Vogel Gryff Freunde haben mich dann angestachelt. Gib nicht auf, du bringst das fertig. Ich machte Listen möglicher Sponsoren, führte auch mal erste Gespräche. Konkret ergab sich nicht viel. Bis das Wunder am Fasnachtsdienstag 1990 geschah.

Unser Zyschdigszigli machte Halt am Spalenberg. In der Confiserie Kämpf wurden wir verwöhnt. Unter den Gästen auch ein Mann, den ich von anderer Gelegenheit her kannte. Georg Schnell, GD beim damaligen Bankverein. Wir unterhielten uns auch über die Sache mit dem Wild Ma Floss. Georg wollte wissen, was wir nun machen. Ich erzählte von unseren Plänen mit der Sponsorensuche. Nach kurzem Überlegen meinte er: Mach jetzt mal gar nichts. Melde dich in ein paar Tagen bei mir, dann wollen wir weitersehen.

Das Telefon kam bald. Hast du nächste Woche über Mittag Zeit? Ich stelle dich dann unseren zuständigen Kollegen vor, du hältst einen Vortrag über den Vogel Gryff und deine Idee mit den Kunststoff Flosseinheiten. Mit etwas schlottrigen Knien hielt ich vor den hohen Herren meinen Vortrag, der sichtlich gut ankam. Dann musste ich das vornehme Sitzungszimmer verlassen und draussen warten. Nicht lange. Die Tür ging wieder auf. Kommen sie rein. Dann sagte der Chef: Herr Lehr, sie haben uns überzeugt. Bestellen sie das neue Wild Ma Floss. 

Seitdem haben wir wunderschöne und solide Flosseinheiten, die uns viele Jahrzehnte zuverlässige Dienste leisten werden. Rund um das Wild Ma Floss und über den Vogel Gryff gäbe es noch viel zu erzählen. Vielleicht ein anderes Mal.


Fille Lehr, Alt Spielchef Vogel Gryff

 

Dr Sämi verzellt …!

Unser Härenbruder und Ur-Gestein des Kleinbasels Carl Samuel Baumgartner feiert am 23. Dezember 2012 seinen 85. Geburtstag. Zu diesem Anlass ist eine CD hergestellt worden, auf welcher Sämi Baumgartner seine Schmunzel-Geschichten erzählt.

Diese CD enthält Begebenheiten von früher, die  normalerweise über die Zeit hinweg in Vergessenheit geraten und so unwiederbringlich verloren gehen. Dank Persönlichkeiten wie Carl Samuel Baumgartner sind noch einzelne Geschichten, welche nicht niedergeschrieben wurden, vorhanden. Also ein guter Grund diese Geschichten auf eine CD zu bannen, damit die Nachkommen ebenso wie wir in den Genuss dieser Schmunzel-Geschichten kommen können. Es soll auch ein Dankeschön an Sämi Baumgartner sein für all das, was er für seine Stadt und besonders fürs Kleinbasel geleistet hat.

Der Preis dieser einmaligen CD beträgt für Zunft- und Gesellschaftsbrüder 20 Franken (der Ladenpreis ist auf 25 Franken festgelegt). Weitere Hinweise sind auf dem Flyer zu finden, welcher mit der Dezember-Post verteilt wird.

Die CD kann bei den folgenden Adressen bestellt werden:

Verein Morgenholz
Postfach 3914
4002 Basel
 
oder bei

Jürg Burkhardt
Teichstrasse 98
4106 Therwil,
E-Mail: jb.burkhardt@bluewin.ch

Die Lieferung erfolgt per Post mit Rechnung.

Die CD kann auch bei Bider & Tanner zum offiziellen Preis bezogen werden.


Erwin Hensch, E. Gesellschaft zum Greifen

 

Wappenscheiben in der Vorgesetztenstube der Drei Ehrengesellschaften Kleinbasels

Teil 1

Die nachfolgende Abhandlung beruht auf Recherchierungen im Staatsarchiv Basel, Zunftarchiv 3 E, Signatur A13.
Die Wappenscheiben waren im Gesellschaftshaus der E. Ges. zum Greifen an der Greifengasse und im Besitz der Greifengesellschaft.
Es befinden sich heute folgende Wappenscheiben in der Vorgesetztenstube.

Wappenscheibe Christoph Eglin, 1871. Das Oberstück zeigt Trinkszenen. Glasmaler: angeblich unbekannt. Bild 1

Das Wappen ist zweigeteilt. Oben befinden sich drei Sterne auf blauem Grund.
Unten zwei gekreuzte Fische auf rotem Grund.
Christoph Eglin wurde 1898 zum Vorgesetzten der E. Gesellschaft zum Greifen ernannt. Zur Erinnerung an diese Wahl schenkte er einen Deckelpokal welcher sich heute in der Vorgesetztenstube befindet. Der Pokal zeigt das Greifenwappen und dasjenige des Stifters. Für seine Verdienste in Paris, wo er mit dem späteren Staatspräsidenten Felix Faure eine freiwillige Feuerwehr gründete, wurde er zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. Die Jahrzahl 1871 bezieht sich vermutlich auf das Ernennungsjahr. Auf der Scheibe unterhalb des Wappens ist der Orden der franz. Ehrenlegion abgebildet.

Wappenscheibe Hans Ulrich Passavant / Peter Wertemann, 1702.
Im Oberstück Salomons Urteil. Glasmaler : H. J. Wannewetsch III.
Diese Scheibe zeigt zwei Wappen. Bild 2

1. Hans Ulrich Passavant:  gespaltenes Schild gelb und rot mit Rumpf eines Kriegers in gewechselten Farben auf grünem Dreiberg.
Hans Ulrich Passavant wurde 1652 geboren und starb 1709. Er wurde im Jahre 1676 in die E. Gesellschaft zum Greifen aufgenommen. 1683 wurde er "Sechser" (Vorgesetzter) zu Webern und "Fendrich" des Wachkommandos im St. Johanns Quartier. Anno 1700 erhielt er das Amt des Schultheissen in Klein-Basel und 1701 wählte ihn die Webernzunft zu ihrem Vertreter in den Rat. 1702 war er Gesandter "über das Gebirg", also Statthalter in einer der 3 Vogteien im Tessin. 1703 war er am Waisenamt und 1704 Gerichtsherr.

2. Peter Wertemann das Wappen zeigt ein geteiltes Schild mit geschachtetem
Rand. Oben ein schwarzer Adler auf rotem Grund und ebenfalls auf rotem Grund ein
weisser Turm. Peter Wertemann wurde 1671 geboren und starb 1758. Er war
Strumpffabrikant und Bankier. Zudem war er Grossrat und Gerichtsherr. Der Name
Wertemann erscheint einmal mit "th" und ein andermal ohne ein"th" .
Laut dem Greifen Handbuch I ist unter dem Datum 16. Dezember
folgender Eintrag:

"Jtem 16. Christmonat haben drei ehrliche männer das Gesellschaftsrecht empfangen Richart Glock, Better (Peter) Werdeman und Sebastian Meyer. Diesen Männern ist das Gesellschaftsrecht geschenkt worden weil sie es von ihren Voreltern gehabt."

1697 wurde Peter Wertemann Mitmeister. Das Protokoll erwähnt "dieweil Herr Simon Battier, Salzschreiber in den grossen Rat gezogen als hat er sein Mitmeister humb resigniert und an seiner Stelle per majoram erwählt worden Herr Peter Werdemann.G;G;G; (Gott Geb Gnade) In der Sitztung vom 16 Dezember 1703 wurde" Petter wärdemann"  einhellig zum Obristmeister für das Jahr 1704 erwählt.

Um diese Scheibe gibt es eine Geschichte, welche gemäss Archivalien belegt ist. 1883 fand eine zweite Renovation der Scheibe statt. Diese wurde durch den Glasmaler Merzenich ausgeführt. Es war bekannt, dass dieser gerne einen oder zwei Schoppen zu viel trank. In einem solchen Zustand hat er einen Fehler begangen, welcher erst in den Anfängen des 20. Jahrhunderts wieder korrigiert wurde. Er setzte ein neues Namenschild ein und verwechselte den Namen Werthemann mit dem Namen Werdenberg.
Somit passte das Wappen der Wertemann nicht zum Namen Werdenberg. Die Werdenberg führten damals als Wappen ein blaues Schild mit einem schwarzen "W" bekrönt durch einen gelben Stern. Laut Hist. Grundbuch wohnten im Kleinbasel Angehörige der Familie Werdenberg, welche in der Webergasse oder in der Utengasse wohnten und Gesellen waren, also dazumal nicht Ratsherren sein konnten und unter diesen figurierte keiner mit dem Vornamen Peter. Die Inschrift war also falsch, was durch das Regimentsbüchlein von 1702 bewiesen wird, wo als Vertreter im grossen Rat der E.Gesellschaft zum Greifen, Peter Wertemann genannt ist.

Wappenscheibe Jacob Basler / Franz Lemly, 1607.
Im Oberstück Jacobs Traum und Begegnung von Esau und Jacob. Glasmaler: Hieronymus Vischer. Dieser malte auch die erste Seite des Wappenbuches der E. Gesellschaft zur Hären anno 1613. Etwas fremd wirkt in dieser Scheibe der drapierte Frauenkopf des Scheitelsteins. Der Scheibenriss muss später an die Wannewetsch gekommen sein, da Hans Jörg Wannewetsch II die Szene, allein auf den noch erhaltenen Glasbildern nicht weniger als dreimal kopiert hat. Eine Scheibe auf welcher die Szene nochmals erscheint ist diejenige von Achilles Wertemann und Friedrich Boulacher.
 
1.Jacob Basler wurde 1561 getauft gest. ist er 1607. Er trat 1584 in die
E.Gesellschaft zum Greifen ein und war Wirt des Gasthauses zum Schaf. Das
Wappen zeigt auf gelbem Grund ein hellgelber Dreiberg auf dem ein schwarzes
Hauszeichen zu sehen ist.
2.Franz Lemly das Geburtsdatum sowie der Todestag von Franz Lemly ist nicht
bekannt. Jedoch ist aus Archivalien zu ersehen, dass er anno 1595 das
Gesellschaftsrecht erneuerte. Das Wappen zeigt auf hellgelbem Grund ein
Schwarzes Hauszeichen mit den Initialen F.L.

Wappenscheibe Hans Rebmann / Jacob Hermüller / Jacob Rebmann 1561.
Im Oberstück Joseph mit Pothipars Weib sowie Tarquinius der Lucretia bedroht.
Glasmaler Balthasar Han.

Die Scheibe ist ein Legat von Frau M. Fininger - Merian aus dem Jahre 1961 an die Drei Ehrengesellschaften Kleinbasels.
Weiteres ist über die Scheibe nicht bekannt.


Erwin Hensch, E. Gesellschaft zum Greifen

Quellennachweis: Staatsarchiv Basel-Stadt,, Zunftarchiv 3 E Sign. A13

 

Wappenscheiben in der Vorgesetztenstube

Teil 2

Die nachfolgende Abhandlung beruht auf Recherchierungen im Staatsarchiv Basel,
Zunftarchiv 3 E, Signatur A13. Die Wappenscheiben waren im Gesellschaftshaus der
E. Ges. zum Greifen an der Greifengasse und im Besitz der Greifengesellschaft. Es
befinden sich heute folgende Wappenscheiben in der Vorgesetztenstube.

Wappenscheibe Friedrich und Jacob Fischer, 1599
Im Oberstück Kaufleute im Weidling auf dem Rhein.

Glasmaler: Hieronymus Vischer

Ähnlich der Neüwensteinscheibe zeigt auch dieses Stück eine reizende Ansicht eines Warenschiffes auf dem Rhein, wie solche um jene Zeit gebraucht wurden und Personen und Güter beförderten. Friedrich Fischer der in der Utengasse wohnte und dessen Bruder Jacob aus der Rheingasse, waren beide Weidlingsmacher und Zimmerleute.

Friedrich Fischer wurde 1547 geboren und starb 1630. Er trat 1561 in die Gesellschaft zum Greifen ein. Von 1596 bis 1630 war er Ratsherr zu Schiffleuten.
Sein Bruder Jacob wurde 1549 geboren und starb nach 1605. Beide waren Söhne des Schiffmannes Martin Fischer genannt "Bürlin", gest. 1564.
Das Wappen zeigt auf einem blauen Schild einen Salm an einem gelben Stachel hängend. Das rechte Wappen zeigt zusätzlich im linken oberen Eck ein weisses Kreuz.

Wappenscheibe der Familie Neüwenstein aus dem Jahre 1554
Inschrift Hans Neüwenstein, Erneuert von Jakob und Marx Neüwenstein 1594 und durch seinen Sohn Marx Neüwenstein 1623. Meister. Stadtgericht Beisitzer und Hans Neüwenstein Grosssohn anno 1673. Im Oberstück ein Schiff mit Kaufleuten. Im Mittelalter war die Schreibweise Neüwenstein später wurde der Name Neuenstein geschrieben.

Glasmaler: Hieronymus Vischer

Obige in der Rheingasse wohnende Greifenbrüder, welche Weidlingsmacher und Zimmerleute waren, bilden eine Nebenlinie der Herren von Neuenstein die vom Ritter und Bürgermeister der Stadt, Rudolf vom Kornmarkt, aus dem 13. Jahrhundert abstammen. Im 14. Jahrhundert erhielten sie als bischöfliches Lehen die Burg Neuenstein oberhalb Wahlen. Anno 1411 wurde die Burg von den Baslern gestürmt und verbrannt. Rudolf von Neuenstein wandte sich nach Solothurn und wurde dort Bürger und baute als Mundschenk der Anna von Braunschweig, Herzogin von Österreich, das Schloss im Jahre 1434 wieder auf. 14 Jahre später musste er die Burg an die Ritter von Bärenfels abtreten, welche dann ihren Besitz an Solothurn verkauften. Neuenstein wurde im 30 jährigen Krieg zerstört. Rudolfs Sohn Veltin erhielt um 1460 als Lehen die Burg Angenstein die er 1486 an Friedrich Kilchmann, der im Dienste des Grafen Oswald von Tierstein stand abtreten musste. Kilchmanns Vater war ein wohlhabender Bäckermeister im Kleinbasel. Der letzte Besitz der Neüwenstein, von 1488 an, war der Fronhof in Liestal.

Die Kleinbasler Neüwenstein führten noch bis in das 16. Jahrhundert das Prädikat "von". Der Holzflösser Niclaus geb. 1544, Eintritt in die E. Gesellschaft zum Greifen 1568, liess es aber mit der Zeit fallen, wie die Glasscheibe von Hans Neuenstein, der Zimmermann, Eintritt in den Greifen 1540, beweist. Sein Sohn Jacob Marx, der Schiffmann, erneuert das Gesellschaftsrecht anno 1600. Alle wurden in der Theodorskirche getauft. Das Wappen der Familie wurde öfters geändert. Ritter Rudolf führte in Rot ein steigender gelber Löwe. Die Glasscheibe enthält zwei Wappen, die scheinbar vom Sohn und Grossohn von Hans stammen. 1. in Rot ein gelbes Hauszeichen und 2. in Rot ein gelber Stachel durchquert mit einem Zimmermannswinkel.

Wappenscheibe Achilles Wertemann, Friedrich Bulacher, 1680
Glasmaler: H.J. Wannewetsch II

Das Wappen Wertemann zeigt ein geteiltes Schild in gelb und rot mit geschachtetem Rand. Im gelben oberen Feld ein schwarzer Adler und im unteren roten Feld ein weisser Turm. Das Geschlecht der Wertemann stammt von Polidoro di Vertemate aus Plurs. Achilles Wertemann geb. 1629 und gest. 1687, war der Sohn des gleichnamigen Vaters verheiratet mit Elisabeth geb. Battier. Achilles Wertemann war 1678 Mitmeister und wie sein Vater Bankier und Grosskaufmann. Er war Grossrat und Gerichtsherr. Er heiratete 1655 Margaretha geb. Sarasin. Von seinen Söhnen wurde Peter geb. 1671, anno 1704 Obristmeister zu Greifen und stiftete die Glasscheibe Passavant / Wertemann.

Friedrich Bulacher war Metzgermeister. Er wurde 1633 geboren und starb 1685. Er trat 1662 in die E. Gesellschaft zum Greifen ein und wurde ein Jahr später zum Obristmeister erwählt.

Das Wappen Bulacher zeigt auf blauem Grund eine bekrönte Frau welche in der rechten Hand ein Beil mit einem "A" hält.

Wappenscheibe Mathias Biermann, 1582
Im Oberstück badende Frauen und Männer.

Glasmaler: Hans Jacob Plepp und H. J. Wannewetsch II

Die Scheibe stammt von 1582 und wurde von den Söhnen von Mathias Biermann anno 1673 erneuert.

Diese Scheibe ist insofern ein Unikat in der Schweiz, weil von den zwei dargestellten Wappenschildern der eine Schild das nie in einem Wappen vorkommende Kleinod, also die Helmzier, zeigt : "in Blau ein gelber Löwe, in den Pranken einen ausgerissenen Baum haltend", während der andere Schild das richtige Biermann Wappenbild enthält: " in Rot zwei gekreuzte Pfeile die eine gelbe Birne durchstossen".  Am unteren Rand des Wappens befindet sich ein gelber Dreiberg. Zu diesem Wappen gehört das oben beschriebene Kleinod, welches den Helm bekrönte. Wobei weder Löwe noch Baum in das eigentliche Wappen gehören, also nur zum Schmuck dienten.

Was die Jahrzahl 1582 auf dieser Scheibe zu bedeuten hat ist nicht bekannt. Unter den Aufnahmen in die Gesellschaft zum Greifen figuriert von 1568 bis 1604 kein Mathias Biermann. Hingegen unterzeichnete Ernst Biermann als Schreiber von 1591 bis 1605 die Jahresrechnung. Zu der letzten Unterzeichnung fügte er hinzu "Valete" (lebt wohl). Ernst Biermann war Schaffner (Kassier) zu St. Clara. 1607 wurde er Sechser (Vorgesetzter) zu Weinleuten, dass obiger Ernst Biermann unter dem Datum 1582 gemeint ist. Mathias Biermann ist auch insofern rätselhaft, weil unter den Herren des Vorstandes von 1665 bis 1677, kein solcher vorkommt. Und doch sagt die Scheibe, dass er 1667 Meister und Ratsherr war. Es gab ein Mathias Biermann, getauft 21. März 1605 zu St. Theodor, Sohn des Conrad Biermann geb. 1568 gest. 1623 verh. mit Verena Schlenkli, dessen Eintritt in die Gesellschaft auch nicht erwähnt, vielleicht sogar vergessen wurde einzutragen. Er war von 1599 bis 1616 Mitmeister und Obristmeister von 1617 bis zu seinem Todesjahr 1623. 1606 war er Gerichtsherr im Klein-Basel. 1618 schenkte er einen silbernen Becher, welcher nicht mehr vorhanden ist. Von seinem Sohn Mathias ist jedoch nichts weiter bekannt. Es ist möglich, dass dieser in jugendlichem Alter starb.

Die hier aufgeführten Wappenscheiben stammen ursprünglich aus dem damaligen Gesellschaftshaus der E. Gesellschaft zum Greifen an der Greifengasse. Sie wurden im Jahre 1964 dem Historischen Museum in Verwahrung gegeben. Im Jahre 1972 wurden sie zurückgenommen und in der neuen Vorgesetztenstube angebracht.


Erwin Hensch, E. Gesellschaft zum Greifen

Quellennachweis: Staatsarchiv Basel-Stadt,, Zunftarchiv 3 E Sign. A13

 

Die Gesellschaften zu vergangener Zeit

Die Kleinbasler Ehrenzeichen und Umzüge der Drei E. Gesellschaften im minderen Basel sind bereits zweimal in neuerer Zeit Gegenstand historischer Untersuchungen geworden. Zuerst in dem von Achilles Lotz-Trueb verfassten Aufsatz im Festbuch zur „Basler Vereinigungsfeier 1892“ und letztmals in der 1914 erschienen volkskundlichen Studie von E.F. Knuchel.

Lassen wir nun einige Zeilen aus der Chronik von Joh. Heinrich Bieler, 1710 - 1777 folgen.

Am 18. Und 19. April 1720 hatten die Kleinbasler nach der Ordnung ihrer drei Gesellschaften einen Bürgerumzug gehalten wie angeblich noch keiner gewesen war. Ein jeder Gesellschaftsbruder  hatte eine Kokarde seiner Gesellschaft auf dem Hut getragen. Rebhaus grün / weiss, Hären rot / weiss und Greifen blau / weiss. Am Anfang dieser uniformierten Kompagnie marschierten die Drei Ehrenzeichen und zwölf Harnisch - Männer. Danach folgten sechs Musikanten und sechsunddreissig Grenadiere. Der Hauptmann welcher die ganze Kompagnie anführte, war Herr Obristmeister Ludwig König vom Rebhaus. Zu dieser Zeit hatten die Gesellschaften mehrere Meister in Ihren Reihen. So kam es dass die Fähnriche vom Rebhaus Herr Obristmeister Flick und Herr Obristmeister Bulacher waren. Hauptmann vom Hären war Mitmeister (Vorgesetzter) Herr Johann Rumpf  und zwei Fähnriche. Fähnriche vom Greifen waren Herr Mitmeister Johann  Heinrich Bieler und Herr Mitmeister Johann Georg Lämly. Die übrigen Herren Vorgesetzten der Ehrengesellschaften die kein Offiziers Rang bekleiden wollten, marschierten als Hellebarden- und Spiessträger mit.

Die Kompagnie von 318 Mann, exerzierte am ersten Tag auf dem Münsterplatz  vor den gnädigen Herren des Kriegsrates. Am zweiten Tag marschierten sie auf die Schützenmatte wo sie den Tag mit Essen und Trinken, sowie mit Scheibenschiessen verbrachten. Als Preise wurden silber-vergoldete Becher und Zinngaben vergeben. Der Kriegsrat übergab jeder Gesellschaft ein Saum Wein und ein Sack Kernen. Vom Rebhaus gewann der Siegerbecher Herr Joh. Heinrich Engler, Posamenter; vom Hären gewann der Becher Herr Joh. Jakob Erlacher, Schiffmann; vom Greifen hat gewonnen Herr Rudolf Treu der ältere, Schlosser. Nach dem Schiessen begaben sich die Teilnehmer wiederum ins Kleinbasel wo noch bei Speis und genügend Wein bis in den frühen Morgen weiter gefestet wurde.

Am 13. Januar 1750 tanzte das Ehrenzeichen des Rebhauses vor Herr Obristmeister Kernen, dem Weissbeck. Der Mann  welcher im Kostüm des Löwen steckte, ein Maurergeselle gebürtig aus Bayern, sank plötzlich nieder und verstarb. Eilig zog man dem Rebhaus Ueli das Löwenkostüm an  und ein weiterer Gesellschaftsbruder übernahm das Amt des Löwenführers (Ueli). Dieses Vorkommnis konsternierte die Bevölkerung im minderen Basel. Es wurde heftig über den heidnischen Brauch debattiert.

Am 10. Januar 1756 wurde jeglicher Umgang der drei Gesellschaften wegen den vielen Erdbeben in Europa und den leidigen Zeiten von der Regierung verboten.

Am 15. und 22. Januar 1759 wurde das Herumlaufen des Löwen und des Wilden Mannes wegen ihrer langen und unheilbaren Krankheit abgesagt. Die E. Gesellschaft zum Greifen jedoch liess ihr Ehrenzeichen bei guter Gesundheit im Kleinbasel herumlaufen.

Am 13. Januar 1761 wurde beschlossen, dass der Rebhaus Ueli wegen der grossen Kälte an diesem Tag und in Zukunft nicht mehr in den Rebhaus Brunnen geworfen werden sollte.

Am 13. Januar 1762 wurde nicht der Rebhausueli sondern ein Bettler Namens Löw, nachdem er von den Zuschauern Geld gebettelt hatte, vom Rebhaus Ehrenzeichen in den Brunnen geworfen.

Im Jahre 1763 Ist der Vogel Gryff mehrmals um die Festtafel getanzt. Ihm wurde aber so übel vom vielen Essen und Trinken, dass wenn man ihm nicht den Kopf ausgezogen hätte, er erstickt wäre. So ist fast aus einer Komödie eine Tragödie  geworden.

In den Jahren 1770 und 1772 hielten die drei Gesellschaften wegen anhaltenden teuren Zeiten keine Umgänge ab.

Mit den Eintragungen aus dem Jahre 1772 erlöschen die Eintragungen von Joh. Heinrich Bieler. Wahrscheinlich haben Altersbeschwerden dem Chronisten eine Fortsetzung versagt. Die immer zittriger und kraftloser werdenden Eintragungen verraten wie schwierig die Führung der Feder dem Schreiber geworden ist.

Auf einen Punkt sei  hier noch hingewiesen. Das Fehlen jeglicher Eintragung über die Rheinfahrt des Wilden Mannes. Dass sie von jeher zum Brauch gehörte, wie allgemein angenommen wird, scheint heute nicht mehr so gewiss zu sein. Ein Chronist wie Bieler der nirgends davon spricht macht stutzig und ist umso auffallender angesichts der Ausführlichkeit mit der er die Ereignisse beschrieb.

Die sich in der Brunn’schen Chronik zum Jahre 1714 findende Mitteilung, - der Wilde Mann habe bei aussergewöhnlich niedrigem Wasserstand bei der „Salmenwaage“ und auf dem Postament (Sockel) des äussersten Joches der Mittleren Rheinbrücke getanzt-, ist kein schlüssiger Beweis für die Rheinfahrt ebenso wenig die Herkunft der Tanne des Wilden Mannes aus dem Hardwald. Denn eine solche bezogen die Vorgesetzten gelegentlich auch aus den „Langen Erlen“. Für die ältere Zeit ist die Rheinfahrt kaum zu belegen.

Über die vergangenen Zeiten der Drei Ehrengesellschaften gib es noch so manches zu erzählen. Dieser Bericht ist ein kleiner Teil davon.


Erwin Hensch, E. Gesellschaft zum Greifen

Quellennachweis: Die Kleinbasler Ehrenzeichen und Gesellschaftsumzüge im 18. Jahrh. Chronik von Joh. Heinrich Bieler

 

Die Wappen der Drei Ehrengesellschaften im Basler Münster

Anlässlich des Vortrages von Herrn A. Hindemann vom 25. September 2014 vor den Gesellschaftsbrüdern der drei Ehrengesellschaften wurde ein Fenster erwähnt, worauf die Wappen der Drei Gesellschaften zu sehen sind. Eine Recherche durch den Unterzeichneten erbrachte folgende Ergebnisse:

Am 18. August 1855 wurde die Gestaltung der vier Fenster im romanischen Bereich des Münsterchors diskutiert. Die Ausführung der vier Fenster wurde Johann Caspar Gsell in Paris übertragen, der an der Weltaustellung 1855 in Paris mit der Goldmedaille für Glasmaler ausgezeichnet wurde. Die Entwürfe von Gsell wurden gutgeheissen. Als jedoch die Fenster anno 1856 in Basel eintrafen, wurde bedauert, „dass sie unter der Erwartung ausgefallen seyen“. Warum sie den Vorstellungen nicht vollends entsprachen, ist den Quellen leider nicht zu entnehmen.

Das eingangs erwähnte Fenster wurde durch eine Spende der Drei Ehrengesellschaften Kleinbasels ermöglicht. Dieses Fenster befindet sich linksseitig im Chor des Münsters oberhalb des Grabmals der Königin Anna von Habsburg († 1281). Es weist in seinem oberen Teil ein Medaillon mit den um das deutsche Reichswappen gruppierten Wappen von Habsburg, Hohenburg, Österreich und der Steiermark auf. Diese Wappen beziehen sich auf das darunter befindliche königliche Grab und finden ihre Wiederholung an der (auch Hochgrab genannten) Tumba. Beim Fenster über dem königlichen Grabmal steht der graue Ornamenthintergrund in auffallendem Kontrast zur übrigen Farbigkeit des Fensters, die dadurch noch intensiver erscheint und eine gewisse Tiefenwirkung entwickelt. Das Fenster wird von einem zickzackartigen Ornamentband umgeben. Am unteren Rand erscheinen die Wappen der Drei Ehrengesellschaften Kleinbasels - links das Wappen der E. Gesellschaft zum Rebhaus, in der Mitte das Wappen der E. Gesellschaft zur Hären und in der rechten Ecke das Wappen der E. Gesellschaft zum Greifen -, die als Stifter des Fensters gelten.
Das Härenwappen ist mit weissem Grund dargestellt. Ursprünglich war der Schild ähnlich dem Rebhauswappen rot. Anno 1751 erscheint der Schild jedoch mit weisser Grundfarbe im Wappenbuch der Gesellschaft. Wann die rote, ursprüngliche Farbe wieder verwendet wurde, kann nicht genau eruiert werden. Den ältesten Beweis, dass der Schild ursprünglich rot war, liefert uns das Steinrelief in der „Wildmaastube“ im Hotel Merian / Spitz, das auf alte Farbspuren untersucht wurde. Es lagen über ein halbes Dutzend Farbschichten übereinander, welche beweisen, dass dieses Wappen nicht immer bunt, sondern auch in der Farbe des Hausanstriches übermalt worden war. Jedoch zeigt - und das ist das Wichtigste - die unterste Schicht über dem Sandstein ein rotes Feld, während das Netz selbst mit Gold belegt war.

In der unteren linken Ecke des Fensters ist das Rebhauswappen dargestellt. Es ist eigentümlich, dass das Wappen mit einem blauen Schild dargestellt ist. Die Hintergründe dieser Darstellung konnten nicht eruiert werden. 1586 wird das Wappen der E. Gesellschaft zum Rebhaus im Zunftbuch des Rats von Basel mit einem Rebmesser auf einem roten Wappenschild dargestellt und in der Theodorskirche ist das rote Wappenschild ebenfalls in einem Kirchenfenster zu sehen. Das Rebhauswappen im Wappenbuch der Stadt Basel aus dem Jahre 1880 wird mit fünf Rebmessern dargestellt. Wir sehen heute zwei verschiedene Versionen des Rebhauswappens und seines Schildhalters, des Löwen, in unmittelbarer Nähe zueinander: Der Brunnenstock des Rebhausbrunnens zeigt einen kauernden Löwen, der das Wappen hält. In diesem ist nur ein Rebmesser dargestellt. In der Fassadennische linksseitig des Hauseinganges ist ein stehender Löwe als Wappenhalter dargestellt. Auf diesem Wappenschild befinden sich fünf Rebmesser.

In der rechten unteren Ecke des Fensters wird das Greifenwappen ausgewiesen. Dieses ist mit weissem Kreuz auf blauem Grund dargestellt. Es handelt sich um das erste Wappen der E. Gesellschaft zum Greifen. Die E. Gesellschaft zum Greifen, oder wie sie vor 1425 hiess die "Gesellschaft zum Baum", hatte ihre Trinkstube am Schafgässlein / Ecke Rheingasse. Zwischen 1429 und 1444 erwarb sie dann eine Liegenschaft mit dem Namen "Haus zum Greifen", an der damaligen "Burgergasse", der heutigen Greifengasse. Ab diesem Zeitpunkt wurde der Name der Gesellschaft in "E. Gesellschaft zum Greifen" geändert. Es ist davon auszugehen, dass das Kreuz als Schildzeichen ein christliches Symbol darstellt. Das Kreuz wird in der Heraldik in allen erdenklichen Varianten dargestellt, wobei einige spezielle Darstellungen auch spezielle Erkennungsmerkmale und somit auch spezielle Namen erhalten haben (wie z.B. das Malteserkreuz, das Andreaskreuz etc). Solches ist jedoch beim Wappen der E. Gesellschaft zum Greifen nicht der Fall. Das Greifenwappen wurde immer mit weissem Kreuz auf blauem Grund dargestellt.


Erwin Hensch, E. Gesellschaft zum Greifen

 

Glaspokale der E. Gesellschaft zum Rebhaus

Im Silberschatz der E. Gesellschaft zum Rebhaus findet sich eine Reihe von herausragenden silbergefassten Glaspokalen. Die Angaben über den Silber-Besitz können den Rechnungsbüchern, die 1650, und aus den Protokollen, die 1728 beginnen, entnommen werden. In diesen Archivalien finden sich im Zeitraum von 1693 bis 1782 sieben Inventare. Es fehlen aber mit wenigen Ausnahmen nähere Details, um den Zeitpunkt der Entstehung und Übergabe feststellen zu können.

Im Jahre 1684 entstand ein kleiner, 26cm hoher Glaspokal, der von einem silbernen Löwen getragen wird, welcher in der linken Pranke ein Rebmesser und in der Rechten einen Schild mit dem Wappen der Familie Burckhardt hält. Auf dem Schild befindet sich folgende Inschrift: „Johann Bernhard Burckhardt, Hauptmann 1684“. Diese Arbeit wurde von Johann Ulrich Fechter I. (1669 bis 1747) ausgeführt, der anno 1702 auch die silbergetriebene Wappenbuchdecke der Safranzunft anfertigte.

Ein zweiter Glaspokal wurde 1728 ebenfalls von Johann Ulrich Fechter I. geschaffen. Er hat eine Höhe von 30cm. Der Glaspokal wird von einem teilweise vergoldeten Löwen getragen, welcher einen Schild mit dem Wappen der Familie Bulacher hält. Auf dem Schild befindet sich die Inschrift: „Nicolaus Bulacher elter ward Oberster Meister anno 1728“. Bulacher schenkte diesen Pokal also zu seiner Ernennung als Obristmeister. Er starb 1758. Dieser Pokal steht seit 1886 als Depositum im Historischen Museum Basel.

Ein dritter, 29cm hoher Glaspokal wird von einem silbernen Löwen getragen, der mit der linken Pranke einen Schild mit dem Wappen der Familie Obermeyer und der Inschrift „Frantz Obermeyer ward Schreiber 1717, Mitmeister 1723, des Rats 1750, war Obermeister anno 1746 uns verehrt zu solchem Andenken dieses Wenige E.E. Gesellschaft auff dem Rebhausz“ hält. Frantz Obermeyer wurde 1750 Meister zu Spinnwettern. Der Pokal wurde von Joh. Ulrich Fechter d. Jüngeren (1674 bis 1747) verfertigt und ist ebenfalls seit 1886 im Historischen Museum deponiert.

Leider sind heute nur noch wenige Stücke des Silberschatzes erhalten, da in früherer Zeit alten Stücken nicht soviel Wert wie heute beigemessen wurde. Diese wurden mit weniger Bedenken eigenschmolzen als heute und gingen auf diese Art und Weise verloren. Gemäss Protokoll sind beispielsweise im Jahre 1694 einige vergoldete Silberwaren verkauft worden. Der Erlös wurde für eine steinerne Treppe verwendet, welche im Gesellschaftshaus der E. Gesellschaft  zum Rebhaus eingebaut wurde. Im Gegenzug wurden jedoch auch neue Prunkstücke geschaffen, welche heute unser Auge erfreuen.

Der damalige Seckelmeister notierte manchmal mit ein paar Worten, wenn zur Anfertigung eines neu gestifteten Gegenstandes gewisse so genannte altmodische Stücke aus dem bestehenden Silberbestand entnommen und mit dem Goldschmied verrechnet wurden, wodurch die Gesellschaft einen nicht unwesentlichen Anteil an den Kosten übernahm. Nur was dann noch ungedeckt war - die Ergänzung des fehlenden Edelmetalls sowie die Herstellungskosten - zahlten die Donatoren aus ihrer eigenen Tasche.


Erwin Hensch, E. Gesellschaft zum Greifen