Die E. Gesellschaft zum Greifen, oder wie sie vor 1425 hiess "Gesellschaft zum Baum", hatte ihre Trinkstube am Schafgässlein / Ecke Rheingasse.
Die E. Gesellschaft zum Greifen, oder wie sie vor 1425 hiess "Gesellschaft zum Baum", hatte ihre Trinkstube am Schafgässlein / Ecke Rheingasse. Zwischen 1429 und 1444 erwarb sie sich dann eine Liegenschaft mit dem Namen "Haus zum Greifen", an der damaligen "Burgergasse" heute Greifengasse. Ab diesem Zeitpunkt wurde der Name der Gesellschaft geändert. Von diesem Zeitpunkt an nannte sie sich "E. Gesellschaft zum Greiffen".
Damals wurde Greifen mit zwei „f“ geschrieben. Diese Schreibweise hielt sich bis in die erste Hälfte des letzten Jahrhunderts. Das Wappenschild zeigt ein einfaches weisses (silber) Balkenkreuz auf blauem Grund.
Es ist davon auszugehen, dass das Kreuz als Schildzeichen sicher ein christliches Symbol darstellt. Das Kreuz wird in der Heraldik in allen erdenklichen Varianten dargestellt. Wobei einige spezielle Darstellungen auch spezielle Erkennungsmerkmale und somit auch spezielle Namen erhalten haben; wie z.B. das Malteserkreuz, das Andreaskreuz ect. Solches ist jedoch beim Wappen der E. Gesellschaft zum Greifen nicht der Fall.
Es kann angenommen werden, dass das Kreuz die Klöster Klingental und St. Clara symbolisiert, von welchen die Gesellschaft Lehen unterhielt. Das Wappen mit dem weissen Kreuz auf blauem Feld findet man heute noch in der katholischen Kirche und ihrer Geschichte. Ebenso war das Kreuz in seinen diversen Varianten bei den Rittern im Mittelalter sehr bekannt. Auf alten Bildern und Stichen ist diese Tatsache vielfältig dargestellt. Im Gesamtbild sind die geistlichen Wappen grundsätzlich verschieden von den weltlichen. In ihnen erscheinen erstmals heraldische Zeichen, die Amt und Würde betreffen. Diese Rang und Würdezeichen, Mitra, Pedum und Kreuz, sind zunächst im Schild, später auf und hinter dem Schild angeordnet. Geistliche Hüte Mitra und Krone, treten an Stelle des kriegerischen Helmes.
In früherer Zeit sind heraldische Unkorrektheiten entstanden, indem der Wappenhalter in das Wappen eingebracht wurde. So wird im Zunftbuch des Rats von 1586 auf einer Wappentafel der Vorstadtgesellschaften und der Ehrengesellschaften Kleinbasels der „Greif“ im Wappen dargestellt. Es fehlt das weisse Kreuz. Auf der gleichen Wappentafel sieht man das Rebhauswappen mit rotem Schild und weissem Rebmesser.
Danach wird das Greifenwappen wieder mit einem weissen Kreuz auf blauem Grund und dem Greif als Wappenhalter dargestellt. Bis in die heutige Zeit blieb das Wappen gleich.
Im Archiv der Drei Ehrengesellschaften fand Unterzeichneter die gleiche Darstellung vom Greif wie im damaligen Wappen der Gesellschaft, welche von Arnold Vest, Rebhausmeister in den Dreissigerjahren, gezeichnet wurde. Die Figur zierte eine Einladungskarte zu einem Vorgesetztenmähli. Der Jahrgang des Mählis ist jedoch nicht bekannt.
Im Wappenbuch von 1880 der Stadt Basel ist das Greifenwappen auf einem blau/grauen Wappenschild mit dunkelgrauem geständerten Kreuz dargestellt.
Als Briefkopf auf Ihrem Briefpapier und den Couverts, benutzt die E. Gesellschaft zum Greifen den Greif als Wappenhalter mit dem beschriebenen Wappen.
Im Wappenkalender Ausgabe 1927 wird das Greifenwappen mit dem Greif als Wappenhalter dargestellt. Auf dieser Darstellung aus dem Jahre 1527 (gemäss Klosterbibliothek Mariastein) steht der Name der Gesellschaft und ist mit zwei "ff" geschrieben.
Ein sehr schön gezeichneter Greif ziert die erste Seite des Wappenbuches der Gesellschaft zum Greifen. Ein Greif mit weisser Mähne. Der Künstler blieb unbekannt.
Im Verlauf der Zeit änderte sich das Wappen der Gesellschaft zum Greifen praktisch nicht. Es wurden lediglich in den Darstellungen etwas variiert. Im Gegensatz zum Wappen der E. Gesellschaft zum Rebhaus wo doch einige Veränderungen im Laufe der Zeit vorkamen.
Erwin Hensch, E. Gesellschaft zum Greifen
Quellennachweis: Staatsarchiv BS, Sign. Fq 120, Wappenbuch der Stadt Basel von 1880, Basler Zunftherrlichkeit von Paul Koelner, Wappenbuch der Gesellschaft zum Greifen. Angaben und Zeichnungen von Hrn. Markus Mensch, Vorges. E.E. Gesellschaft zum Greifen.